Kommentar von Klaus Hofstetter

So sehr wir auf das Erreichte beim Jugendforum stolz sein können, eines ist doch erschreckend: dass das Jugendforum auf der dritten Versammlung des Zukunftsforums für das herhalten musste, was das Zukunftsforum bislang nicht leisten konnte: ein echter Dialog zu sein – angstfrei, ohne Tabus, wertschätzend. Fast wollte ich schon anmerken, dass auch das Jugendforum nicht das Paradies auf Erden war, was die Beteiligung an Veränderungsprozessen angeht…

Aber wir kannten auf dem Zukunftsforum die Meinung der Jugendlichen unserer Erzdiözese. Deshalb haben die Forderungen aus dem Jugendforum die Diskussionen und Ergebnisse bereichert, mitbestimmt und sind in die „werkstatthaften“ Herausforderungen des Zukunftsforums mit eingeflossen. Bisweilen konnte man sich als Jugendvertreter zufrieden zurücklehnen, weil man oft die Handschrift des Jugendforums und der kirchlichen Jugendarbeit entdeckte…

Doch die Erfahrung lehrt mich eines: ich bleibe lieber in der Haltung, die aufmerksam, engagiert, kritisch und standhaft verfolgt, wie der Prozess der Formulierung von Herausforderungen und Schwerpunkten für die Pastoral in unserer Diözese weitergeht. Ein Grund ist, dass manche meinen, man brauche nicht mehr zu formulieren, was die Jugend schon benannt hat. Ein zweiter Grund: nun wird auch wieder über Themen gesprochen, die zunächst gedeckelt waren.

Bei aller Begrenztheit: in Sachen Dialog und Beteiligung haben wir mit dem Jugendforum wirklich Maßstäbe gesetzt.

Klaus Hofstetter

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