Jesaja 43,1-5
Jetzt aber – so spricht der Herr, / der dich geschaffen hat, Jakob, / und der dich geformt hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, / ich habe dich beim Namen gerufen, / du gehörst mir. Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, / wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, / keine Flamme wird dich verbrennen. Denn ich, der Herr, bin dein Gott, / ich, der Heilige Israels, bin dein Retter. Ich gebe Ägypten als Kaufpreis für dich, / Kusch und Seba gebe ich für dich. Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist / und weil ich dich liebe, gebe ich für dich ganze Länder / und für dein Leben ganze Völker. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir.
„Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist!“ Das ist die Zusage Gottes an den Menschen. Sie bedeutet nicht nur die Anerkennung und Liebe, die Gott uns entgegenbringt, sondern beinhaltet auch seine Verantwortung, für die er sich entschieden hat, als er uns ausgelöst hat. Er überlässt uns nicht einfach unserem Schicksal. Wenn Gefahren drohen, ist er da, begleitet, schützt. Freilich könnte man meinen, Gott sei dann eine Art Marionettenspieler, der die Fäden in der Hand hat und uns aus bedrohlichen Situationen retten kann, in dem er einfach an einer Schnur zieht. Wie soll man sich das vorstellen? Wenn es beispielsweise brennt, kommt dann eine Hand von oben und holt uns aus den Flammen? Bestimmt besitzt Gott diese Macht, wer weiß. Ob er sie wirklich ausübt, ist für uns die viel wichtigere Frage. Das würde dann nämlich bedeuten, dass Gott in das weltliche Geschehen eingreift und über unseren Kopf hinweg entscheidet. Letztlich hieße das wir wären keine freien Wesen. Für Gott ist unsere Freiheit aber wichtig. Er respektiert unsere Entscheidungen und sieht uns als ein würdiges Gegenüber. Wie geht das nun also zusammen? Kann uns Gott denn dann überhaupt wirklich helfen? Zum Beispiel bei einer Mathearbeit für die wir zu wenig gelernt haben? Vielleicht langt hier ein Blick auf unsere menschlichen Beziehungen, um eine Antwort zu finden. Menschen, die wir lieben, wollen wir nicht alleine lassen. Doch für einen guten Freund die Mathearbeit schreiben, geht schlecht. Trotzdem können wir ihn stärken, ihm gut zureden, mit ihm fühlen, die Daumen drücken und somit aktiv helfen. Ob der Freund dadurch eine bessere Note schreibt, sei dahingestellt. Das Gefühl aber, dass jemand hinter einem steht, ganz egal wie man abschneidet, dass jemand für einen da ist, wenn die Prüfungssituation ausgestanden ist, eben dieses Gefühl ist so viel wichtiger als das Endergebnis. Und genau das will Gott uns vermitteln: Egal was passiert, egal wie du dich entscheiden wirst, nichts ist größer als meine Liebe, du bist nicht allein, hab keine Angst, ich lasse dich nicht fallen, weil ich dich wertschätze und liebe (auch wenn du keine Matheass bist
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Miguel Schuetz