6000 Jugendliche rocken Domberg

Korbiniansschrein im DomRund 6.000 Jugendliche und junge Erwachsene kamen zur Jugendkorbinianswallfahrt, die am 15. November auf dem Freisinger Domberg stattfand. Zahlreiche Wallfahrergruppen pilgerten zu Fuß aus allen Teilen der Erzdiözese mit Rucksack und Isomatte auf den Domberg. Im Eröffnungsgottesdienst versicherte der Erzbischof der Erzdiözese München und Freising, Reinhard Marx, den Jugendlichen, ihre Forderungen und Wünsche im gestrigen Jugendforum aufmerksam aufgenommen zu haben. „Wir können nicht immer einer Meinung sein, aber wir sind tief durch Jesus Christus miteinander verbunden“. In allen Diskussionen und im Ringen um den Weg des Glaubens sei die Suche nach den Zeichen der Zeit von großer Bedeutung. Der Weg der Kirche müsse nach Meinung des Erzbischofs durch das gemeinsame Hören auf Jesus Christus bestimmt sein. Die jungen Menschen sollten Jesus Christus in ihr Herz lassen und dadurch die ganze Wirklichkeit des Lebens entdecken. So würden sich die jungen Menschen im Hinblick auf das Evangelium selbst updaten, um Zeichen und Zeugen der Hoffnung zu sein. „Update Kirche“, das Motto des Jugendforums und der Jugendkorbinianswallfahrt bedeute, sich auf den Weg zu machen und zum „Heutigwerden der Kirche“ beizutragen. „Auch ich als Bischof bin immer wieder aufgerufen, um den richtigen Weg zu ringen“, so Marx. Im Anschluss an den Gottesdienst standen Aktionen, Diskussionsrunden und Mitmachaktionen auf dem Programm.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) rief in seiner Diskussionsrunde „Jammerst du nur oder engagiert du dich schon?“ die Jugendlichen dazu auf, bei der Pfarrgemeinderatswahl (PGR-Wahl) im März 2010 wählen zu gehen und sich wählen zu lassen. Bei der letzten Wahl 2006 habe die Wahlbeteiligung durchschnittlich nur bei rund 12% gelegen. „Das muss sich ändern“, fordert BDKJ-Diözesanvorsitzender Alois Obermaier. „Ich wünsche mir Jugendliche in den Pfarrgemeinderat, damit die ganze Bandbreite vertreten ist und dass die Kirche jetzt von Jugendlichen geprägt wird“, erklärt der Stadtpfarrer von St. Georg/Freising und Dekan Michael Schlosser. „Wir brauchen kritische und selbst denkende Jugendliche im Pfarrgemeinderat, die uns Hinweise und Tipps geben, was die jungen Leute heute für Veranstaltungen brauchen“.

In der Diskussionsrunde „Betest du nur oder wirkst du auch“ appellierte Florian Herrmann (CSU), MdL, an alle jungen Menschen, politisch aktiv zu werden und sich einzubringen. „Meine Erfahrung ist, dass man auch als junger Mensch etwas bewegen kann“. Herrmann räumte ein, dass die CSU jeden Tag daran arbeiten müsse, als christlich authentische Partei zu wirken. Er sprach sich dafür aus, „mit Kraft für die christliche Tradition einzutreten“. MdL Ludwig Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) sieht seine Partei bei den Themen „Frieden“, „Anti-Atombewegung“ und „Schöpfung bewahren“ kirchlich geprägt. Er rief die Kirchen dazu auf, sich wieder mehr in die öffentliche Debatte einzubringen. „Ich wünsche mir, dass die Kirchen bei Entscheidungen massiv auf die Straße gehen“, so Hartmann. In der abschließenden Vesper sagte Diözesanjugendpfarrer zu den Jugendlichen im Dom, „dass Gott jeden von uns braucht, um eine Zivilisation der Gerechtigkeit und eine Kirche mit Zukunft aufzubauen“. Jeder solle überlegen, worin seine Stärken lägen und was jeder einzelne zum „Update Kirche“ einbringen könne.

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