Jugendkorbinian 2006 – Wieder DahOaM

„Die Schönheit des Doms stellt uns vor die Aufgabe selbst schön zu sein, schön vor Gott“, mit diesen Worten begann Kardinal Friedrich Wetter den großen Hauptgottesdienst der diesjährigen Jugendkorbinianswallfahrt vor beinahe 7000 Jugendlichen im damit wieder eröffneten Freisinger Dom. Sichtlich bewegt von der überwältigenden Masse an Pilgern überbrachte der Kardinal Grüße von Papst Benedikt an die Jugendlichen und fühlte sich, obwohl oder gerade weil wegen der großen Fülle des Doms sogar an seinem Platz und am Altar umringt von jungen Leuten war, sichtlich zu „dahoam“. „Wieder DahOaM“ war auch das Motto der größten Jugendwallfahrt Bayerns, zu der sich wieder aus der ganzen Diözese Jugendliche aufgemacht hatten. Trotz Nebel und Temperaturen unter 10 Grad waren sie zum Teil die halbe Nacht durch auf den Freisinger Domberg gelaufen, um dort gemeinsam Gottesdienst zu feiern. „Ich weiß zwar nicht mehr, wie sich meine Füße anfühlen, aber es ist so schön hier“, erzählte uns vor dem Gottesdienst eine junge Pilgerin, als sie im Dom ankam und gerade noch einen Platz ergattert hat, während sie schon ihr Liedheft rauskramt und beginnt die ersten Lieder mit der Band mitzusingen und sich wach zu klatschen. Doch auch wer keinen Sitzplatz mehr ergattert hat, macht es sich irgendwie bequem und als der Kardinal in seiner Predigt betont: „Die Mauern der Kirche erinnern an die Arme Jesu, die uns umschließen und zusammenführen“, da ist es ganz leise geworden in der Kirche. Viele Blicke schweiften durch den renovierten Dom und die darin versammelte Masse Jugendlicher. Dass die Jugend aber nicht nur leise und nachdenklich sein kann, das zeigte sich gegen Ende des Gottesdienstes als die Band voll aufdrehte und die erhobenen Arme der jungen Gemeinde im Takt mitwippten. „Schön sein vor Gott“ – eine schöne Gemeinde waren sie auf alle Fälle. Und dass dies vielleicht auch helfen kann vor Gott schön zu werden, erklärte uns ein 20jähriger Pfarrjugendleiter: „Solche Gottesdienste machen Mut auch für die eigene Gemeinde und zeigen wie cool und lebendig wir doch sind“.
Diese Lebendigkeit zeigte sich auch bei den vielen Angeboten der Verbände und Institutionen, die nach dem Gottesdienst das Leben auf dem Domberg bestimmten. Da wurde kräftig in die Bratwurstsemel gebissen, alten Bekannten auf die Schulter geklopft, beim Trommelworkshop mal kräftig zu gehauen, die nachgebaute Klosterzelle besichtigt, ein Schlüsselanhänger gebastelt, beim Chill-Out ein bisschen entspannt, bei den Infoständen der Verbände vorbeigeschaut und vieles mehr. Auf dem sonst oft so ruhigen Freisinger Domber herrschte ein munterer fröhlicher, aber auch lauter Trubel. Richtig lauft und fröhlich gings dann aber auch noch mal in der Abschlussvesper zu. Jugendpfarrer Klaus Hofstetter feierte mit den vielen Jugendlichen einen fröhlichen Gottesdienst, geprägt von viel Musik, kurzen impulsiven Texten und dem Aufruf doch auch auf Fremde zuzugehen und diese Fröhlichkeit weiter zutragen. Am Ende wollten die Leute gar nicht mehr nach Hause gehen, sondern gemeinsam den schönen Tag, sich selbst, die katholische Jugend, aber auch „ihre geistige Heimat, ihren Gott“ feiern, wie es der Kardinal morgens gepredigt hatte. Während drinnen im Dom noch immer gesungen wurde, machten sich draußen müde Gestalten auf den Weg zur S-Bahn, oft aber nicht ohne sich gebührend von anderen zu verabschieden. „Bis nächstes Jahr auf Korbi“ oder auch einfach nur „Be Korbi“,war da oft zu hören. Neben einem großen Schlafdefizit nehmen sie viele Eindrücke, neue Kontakte, viel Motivation und vielleicht auch den Wunsch des Kardinals mit, „selbst schön zu sein, schön vor Gott“.

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