Jugendkorbinian 2007 – Propheten am Domberg

„Ich bin immer gerne zu Euch gekommen. Und ich hatte dafür nur
einen Grund – ich wollte Euch zu Christus hinführen …“ Mit diesen
Worte begrüßte Kardinal Friedrich Wetter die jugendlichen Pilger
bei seiner 25. und wohl letzten Jugendkorbinianswallfahrt. Ja, die Jugendlichen
haben sich zu Christus hinführen lassen – mehr als 6000
kamen auch in diesem Jahr wieder zur Jugendkorbinianswallfahrt am
18. November auf den Domberg nach Freising. Wenn man um kurz
nach 8 Uhr morgens seinen Blick durch den bis auf den allerletzten
Stehplatz gefüllten Mariendrom schweifen ließ, dann konnte man sie
alle sehen: Den müden 14jährigen Wallfahrer, der seine Augen schon
fast nicht mehr auf halten kann, die 17jährige im zu kurzen Jäckchen
mit modischem Schal, die begeistert die ersten Lieder zum Warmwerden
singt, den erfahreren alten Hasen mit Isomatte und Tee und
den Verbandsverteter, der sich mit seiner Fahne den Weg hinter den
Altar bahnt. Zu „Korbi“, wie die Jugendkorbinianswallfahrt liebevoll
genannt wird, ist sie gekommen, die ganze Jugend des Erzbistums, vom
Ministranten, über den Verbandler, bis zum Gemeinscha ler. Als der
Kardinal seine leise Stimme zur Predigt erhebt, da ist es plötzlich ganz
still im Dom. Aber als am Ende des Gottesdienstes die Band das Pfad-
� nderlied und andere „alte Schlager“ spielt, da sind viele nicht mehr
zu halten – da wippen und klatschen die Hände – da spürt man, wie
die Kirche lebt.
Nach dem Gottesdienst ist der Domberg ein einziger große Ameisenhaufen,
da wird geratscht, gewerkelt, gegessen, ein Bild gemalt, mit
einem Pfarrer ein Gespräch geführt, ein Lesezeichen gebastelt, ein
spiritueller Fittnesscheck gemacht oder der Chill-Out-Raum besucht.
„Ich komme jedes Jahr und manche Leute tre  e ich nur hier, aber
dafür immer wieder“, erzählte mir begeistert ein Pfarrjugendleiter.
Bevor alle wieder nach Hause fuhren, feierten die jungen Wallfahrer
mit Diözesanjugendpfarrer Klaus Hofstetter eine Vesper zum diesjährigen
Wallfahrtsmotto „gesucht: zuhörer – lautsprecher – propheten“.
Wenn man dann auf der Heimfahrt Mäuschen in der S-Bahn gespielt
hätte, dann hätte man die jungen Propheten hören können, wie sie
sich begeistert von einer Begegnung, einem Lied oder einer anderen
Erfahrung erzählen. Sie alle werden wiederkommen zu „Korbi 2008“,
das von unzähligen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfern des
BDKJ und des Erzbischö  ichen Jugendamts in vielen Monaten vorbereitet
werden wird. Nur der Kardinal wird nicht mehr da sein, aber
dafür ho  entlich sein Nachfolger Erzbischof Reinhard Marx und man
muss bestimmt kein Hellseher sein, dass es auch sein Ziel ist „Euch alle
zu Christus zu führen“.
Konstantin Bischoff

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