Gabriele Strauß über die Anfänge der Jugendkorbinianswallfahrt
Ausfzeichnung aus dem Jahr 2004, Quelle: Chronik des Erzbischöflichen Jugendamtes "Talente, Aufbruch, Leben"

Es war unser Anliegen, die Beziehung der jungen Menschen zur Kirche in der Struktur zu vertiefen, in der sie erscheint. Neben der Beziehung zur eigenen Pfarrei und zum Ortsbischof gehörte dazu auch die Beziehung zum Bistumspatron. Wir haben überlegt, was wir machen können, um die Bindung der jungen Menschen zu Korbinian, dem Bistumspatron, zu stärken. Dann habe ich den Kollegen von der Kreuzwallfahrt erzählt, die in meiner fränkischen Heimat üblich ist. So kamen wir darauf, auf den Freisinger Dom zu wallfahren.

Bei der ersten Wallfahrt zum Bistumspatron waren wir zu viert. Dr. Stöttner, Rosa Hintermayer, Maria Huber aus Milbertshofen und ich haben uns in der Leopoldstraße getroffen. Bei Dunkelheit sind wir losgezogen. Es hat geregnet. Etwa in der Ungererstraße sind uns SS-Leute begegnet, die zu ihrer Kaserne gingen. Stöttner hat dann mit dem ihm eigenen Humor gesagt: "Leute gibt`s, die gehen in der Nacht nach Freising." So haben uns die SS-Leute in Ruhe gelassen.
In Freising war das allgemeine Korbiniansfest mit Kardinal Faulhaber. Als er erfuhr, dass wir die ganze Nacht gegangen sind, hat er gesagt: "Haben die wenigstens einen Sitzplatz?"

Im Jahr darauf sind schon 16 Menschen bei der Korbinianswallfahrt mitgegangen. Dann hat sie sich erweitert und ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Vor allem Mädchen sind mitgegangen, denn Männer waren im Krieg. Wir sind immer in der Nacht gegangen, da es niemand sehen durfte. Die Wallfahrt war während des Krieges immer ein Risiko, aber wir sind nie aufgehalten worden, erst von den Amerikanern.