.... um einem möglichen Fliegeralarm zu entgehen, brachen sie schon um Mitternacht auf. In der Not jener düsteren Zeit beteten sie während ihres langen Marsches für ein besseres Leben in Frieden.

Weil man Jugendliche aus der ganzen Diözese für das Korbiniansfest begeistern wollte, durften sie vorne im Altarraum auf den Plätzen sitzen, die sonst den Studenten des Freisinger Priesterseminars vorbehalten waren. Es müssen an diesem Tag ganz schön viele Jugendliche im Freisinger Dom gewesen sein. Denn noch heute erzählt man sich, dass der damalige Kardinal Faulhaber 35 Minuten lang damit beschäftigt war, die Kommunion an die Jugendlichen auszuteilen.

Im folgenden Jahr zählte man bereits 16 junge WallfahrerInnen aus der ganzen Erzdiözese, die in der Nacht nach Freising zogen. Dabei beteten sie den Rosenkranz. Zum ersten Mal ist die Rede vom „Korbiniansfest der Jugend“. Ebenfalls seit 1943 wirken Jugendliche auch an der Gestaltung des Gottesdienstes mit.

Nach dem Krieg nahm Jugendkorbinian einen rasanten Aufschwung. Da die Erwachsenen immer mehr weg blieben, wurde es mit der Zeit zu einem reinen Jugendfest, obwohl sich die Jugend eigentlich ein gemeinsames Korbiniansfest aller Generationen wünschte. Die Gestaltung des gesamten Tages, nicht nur des Gottesdienstes, wurde immer wichtiger und daher aufwendiger.

Seit 1969 steht die Jugendkorbinianswallfahrt unter einem Leitthema. Durch Diskussionsforen und Arbeitskreise setzte man sich inhaltlich stärker mit den Anliegen der Jugendlichen auseinander. Der Charakter des Festes wandelte sich dadurch von einer reinen Wallfahrt hin zu einem Katholiken- oder Kirchentag mit mehreren Tausend jungen TeilnehmerInnen.

Heute stehen bei Jugendkorbinian neben Glauben und interessanten Themen auch die Begegnung mit netten Menschen, Kultur und jede Menge Spaß im Mittelpunkt.

Aber Spaß macht Korbi eigentlich schon immer – und das seit inzwischen 70 Jahren!