Kardinal Marx: "Seid ein AufRufeZeichen"

Datum: 18.11.2012

Mehrere Tausend Teilnehmer bei Jugendkorbinianswallfahrt 2012

Freising, 18. November 2012 - Mehrere Tausend Jugendliche und junge Erwachsene sind am Sonntag zur Jugendkorbinianswallfahrt auf den Freisinger Domberg gepilgert. Zum 70. Jubiläum dieses Jugendfestes waren besonders viele junge Wallfahrer unterwegs. Insgesamt gingen mehr als 50 Wallfahrergruppen aus allen Teilen der Erzdiözese zu Fuß nach Freising. Bereits am Samstag pilgerten 130 Jugendliche und junge Erwachsene auf den Spuren der ersten Wallfahrer von 1942 zu Fuß vom Münchner Liefrauendom zum Freisinger Dom. „Der mit Jugendlichen volle Dom, die Begegnungen und Gespräche danach machen die besondere Atmosphäre von Jugendkorbinian aus“, erklärt Projektleiterin Maria Kunschert. Im Jubiläumsjahr gab es mehr Workshops und Aktionsstände als üblich.

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof der Erzdiözese München und Freising, feierte am Sonntagmorgen mit den Jugendlichen im überfüllten Mariendom den Eröffnungsgottesdienst. In seiner Predigt forderte Kardinal Reinhard Marx die Teilnehmer/innen auf, in Familie und Freundeskreis aber auch in politischen und gesellschaftlichen Fragen aktiv zu werden. „Unsere Lebensweise ist nicht zukunftsfähig. Wir brauchen eine andere Lebensweise und eine andere Vorstellung von materiellem Wert. Sonst wird dieser Planet nicht überleben können.“ Kardinal Marx ermutigte die jungen Menschen ihr Denken und Handeln an Jesus Christus auszurichten. „Dann seid ihr ein AufRufeZeichen“, bezog sich Marx auf das Motto der Wallfahrt.

Frischluft für die Kirche? fragte der BDKJ München und Freising bei seiner Podiumsdiskussion anlässlich der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50. Jahren. Rund 80 Teilnehmer/innen ließen sich zunächst mit einem Kurzfilm von der Aufbruchsstimmung des Konzils beeindrucken. „Alles was heute hier geschieht, wo junge Menschen versammelt sind, ist Frischluft für die Kirche“, so Weihbischof Wolfgang Bischof. Für ihn sei Frischluft nach wie vor spürbar. Als Ereignis mit großer Sprengkraft, wenn auch nicht alle Zeitzünder sofort gezündet hätten, wollte Alois Obermaier, BDKJ-Diözesanvorsitzender, die Kraft des Konzils verstanden wissen.

Seine auch nach 50 Jahren ungebrochene Begeisterung über den „Geist Gottes, den es immer gibt und der damals wie ein Sturm wirkte und auch weiter wirken wird“, verdeutlichte Gerhard Gruber, Sekretär von Konzilsmoderator Julius Kardinal Döpfner und damit Zeitzeuge des Konzils. Maria Arnold, Mitglied der Kolpingjugend sagte: „Frischluft ist für mich, dass wir das Fenster aufmachen, sonst wird es richtig stickig in der Kirche“.

Wichtige Inhalte und Themen des Konzils, die auch heute nichts an Aktualität verloren hätten, seien das Bild von der Kirche als pilgerndes Volk Gottes und das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen. „Dies muss ein Großteil des Personals der Kirche aber noch verinnerlichen, da haben wir noch viel Luft nach oben“, meinte dazu Obermaier. In Zukunft gelte es, den Auftrag des Konzils mit Mut und Zuversicht zu erfüllen, sagte Gerhard Gruber. „Das Konzil war ein neues Betriebssystem für alte Hardware in der Kirche, es ist nun an der Zeit, dass auch an den Strukturen geschraubt wird. Mehr Wertschätzung für das Ehrenamt und Gleichberechtigung von Frauen und Männern sind Themen, die mit mehr Mut angepackt werden müssen“, forderte Alois Obermaier abschließend. (CH/AF)