Motto

UNERHÖRT - rebellisch und zukunftsweisend

Jesus selbst war in vielen Facetten seines Lebens und Wirkens unerhört in dem Sinne, dass er auf seine Umgebung frech und unkonventionell gewirkt haben muss. Dies beginnt schon als Kind, als er von seinen Eltern ausreißt, um in den Tempel zu gehen (Lukas 2,41-52) und zeigt sich auch in den vielen Begegnungen, die Jesus mit Randgestalten des bürgerlichen Lebens zu der damaligen Zeit hatte (Bsp. Markus 2,1 - 12; Markus 10,46 - 52; Lukas 19,1 - 10; u.a.).

Dabei zeigt er eine zukunftsweisende Intuition gegenüber seinem eigenen Schicksal und seiner Kirche, die offen sein will für alle Menschen. Durch diese kühne Art ist er einerseits ein Vorbild für seine Jünger und erinnert an die Jugend, der das Frechsein nachgesagt wird und andererseits erschließt er so neue Begegnungen und Wege, die andernfalls nicht in den Blickpunkt gerückt wären.

So kann er nach wie vor als Vorbild für ein mutiges und rebellisches Verhalten gesehen werden. Dieses Verhalten soll gerade die Jugend animieren, sich Gehör zu verschaffen, für ihre Themen einzustehen und zu kämpfen und in bestehenden Systemen auch einmal hier und da anzuecken. Denn für eine lebenswerte Zukunft ist ein unerhörtes Verhalten manchmal unerlässlich.

UNERHÖRT - Ungehört und unsichtbar

Gerade im Hinblick auf die heutige Hierarchie der katholischen Kirche kommt es dem ein oder anderen Kirchenmitglied so vor, als würde ihre*seine Stimme nicht gehört werden, als wäre sie*er nicht von Bedeutung. Auch im Gebet wiederfährt uns gelegentlich dieses Gefühl: Wer hatte noch nicht die Situation, dass sie*er vor einer schwierigen Entscheidung oder Prüfung stand und bei Gott beistand gesucht hat, jedoch nicht direkt eine Eingebung mit einem göttlichen Lichtstrahl erhalten hat? Und sogar in der Politik erscheint es oft so, als würden die Anliegen der kleinen Menschen nicht gehört werden und in den großen Fragen wie Flüchtlingspolitik oder Armut kein Gehör finden. Dadurch kann ein Gefühl des allein gelassen werden, sogar ein Ohnmachtsgefühl kann entstehen.

Denkt man dabei an Jesus, fallen einem schnell seine Worte „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ ein, die er am Kreuz spricht. (Markus 15,34) Doch nur zwei Tage später fährt er auf zu seinem Vater. Mit diesem Glauben im Herzen können auch wir darauf vertrauen, gehört zu werden, darauf bestehen, Gehör in Kirche, Gesellschaft und Politik zu erhalten, aber auch lernen, unseren Mitmenschen gut zu zuhören.

Fazit/Bündelung

Die beiden Zugänge stehen im ersten Augenblick polar gegenüber und ergänzen sich doch zu einem großen Raum, aus dem sich viele Möglichkeiten ergeben. So ergibt sich ein breites Spektrum, welches zum Hinhören, zum Erhört werden und zum aktiven Handeln einlädt. Die vielfältigen Optionen, die sich eröffnen und angeboten werden, gilt es zu gestalten. Uns fasziniert dabei im Besonderen genau diese Polarität und wir freuen uns darauf zu sehen, was aus dieser Spannung entsteht. Fühlt euch also frei, „UNERHÖRT“ zu sein, ihr werdet auf jeden Fall Gehör bei uns finden.

Tobias Schubert, Leitungsteam

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